Fazit  zur Bretagne Reise mit dem Wohnmobil in Zeiten der Pandemie

Als der Lockdown endlich fällt, wollen wir verständlicherweise nur noch weg. Aber wohin in Zeiten der Corona Pandemie? Brigitte sagt, sie würde gerne einmal wieder nach Holland fahren. Dort gibt es einladende Strände, hübsche Städte und ein hervorragendes Fahrradwegenetz. Zudem ist es praktisch, wegen der kurzen Anreise. Sollte sich einer von uns mit COVID 19 anstecken, oder sollte es, wider Erwarten, zu einem zweiten Lockdown kommen, könnten wir schnell wieder zuhause sein. Da bereits Anfang August einige wichtige Termin bei uns anstehen, ist die Reise auf ca. 4 Wochen begrenzt. Also starten wir am 28.06.2020 unseren COVID 19-Holland-Versuchsballon. 

 

Viel Spaß haben wir bei unserer Ankunft in Holland leider nicht. Es stürmt und regnet täglich. Wie in den Reiseberichten zu lesen ist, wird uns das schlechte Wetter noch ein ganze Weile begleiten. Und so treiben uns Regen und Sturm immer weiter westwärts.  Erst als wir die Bretagne erreichen, bessert sich das Wetter allmählich. Die Angst vor der Pandemie reist natürlich ständig mit. Mit der Zeit lernen wir aber mit der Situation umzugehen. 

 

Wir befolgen konsequent die Abstands- und Hygieneregeln. Bis auf wenige Ausnahmefälle  benutzen wir ausschließlich die eigene Toilette und Dusche. Beim Kontakt mit anderen Menschen, z.B. beim Ein- und Auschecken an der Rezeption, halten wir die Abstandsregeln ein, tragen eine Maske und benutzen Desinfektionsmittel zum Hände reinigen. Während wir uns auf dem Stellplatz am Fahrzeug befinden, gewährleistet der großzügige Abstand zu den Nachbarn, sowieso  ausreichenden Schutz vor dem Virus. Zudem suchen wir eher kleine Campings oder auch Wohnmobilstellplätze auf. Wir meiden alle Orte, wo es zu größeren Menschenansammlungen kommt. Ebenso verzichten wir auf Besichtigungen in Innenräumen. Trotz aller Einschränkungen sind wir natürlich froh, überhaupt reisen zu dürfen und genießen unseren Aufenthalt in der Bretagne. 

 

Und wie gehen andere mit der Pandemie um. Völlig gegensätzlich würde ich einmal sagen. Beim Betreten von Restaurants, Bäckereien, Supermärkten oder Ladenlokalen werden oft, penibel genau, die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Leider zeigt sich ein ganz anderes Verhalten an den Stränden, auf Märkten und überall dort, wo große Menschenansammlungen statt finden. Hier scheinen auf einmal alle Regeln außer Kraft gesetzt. Es herrscht Gedränge, nur hin und wieder hat mal jemand eine Maske auf. Es sieht aus, als hätte es nie eine COVID 19 Pandemie gegeben. Man fragt sich unwillkürlich, was diese Menschen zu ihrem Verhalten bewegt. Ist es Unwissenheit, Ignoranz, Dummheit, Fahrlässigkeit oder einfach nur Gedankenlosigkeit? Ob sich so eine zweite Welle verhindern läßt? Wir glauben nicht (mehr) daran. Vielleicht hilft ja noch eine Bitte an den Allmächtigen: „Herr lass Hirn regnen“.

 

Einmal ganz abgesehen von Corona hat es uns in der Bretagne sehr gut gefallen. Sei es der Spaziergang über den Küstenweg am Cap Frehel, mit tollen Ausblicken von den Klippen auf das Meer. Oder der Stadtbummel in der Altstadt von St. Malo. Oder die Radtour am Mont Saint Michel. Es läßt sich mit allen Sinnen genießen auf diesem faszinierenden Stückchen Erde. Für das leibliche Wohl ist natürlich ebenfalls bestens gesorgt. Fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte sind fast überall erhältlich. Wie üblich hat Brigitte oft selbst gekocht. Aber diesmal waren wir auch öfters zum Essen ausgegangen. Dazu muss man sagen, dass sich die Restaurantpreise durchaus im Rahmen halten. Ganz anders als im Süden der Republik. Ebenso haben uns die Camping- und Stellplatz Gebühren erstaunt. Diese haben sich zwischen kostenlos und höchstens 20,- € bewegt. Noch ein Wort zu den Einwohnern. Man sagt den Bretonen nach, sie seien dickköpfig und eigensinnig. Viele Kontakte zu Einheimischen hatten wir aufgrund der besonderen Umstände leider nicht. Trotzdem würde ich  behaupten, dass die Bretonen freundliche, gelassene und liebenswerte Menschen sind. 

 

Die einzige Ausnahme im sonst so positiven Bild, das wir von der Bretagne haben, bildet leider das Wetter. Es gibt da so einen Spruch: „In den Augen der Bretonen regnet es nicht täglich, sondern mehrmals täglich bricht die Sonne durch die Wolken.“   Das trifft im Besonderen auf die nördliche Küste zu. Das Klima an der Südküste hingegen ist ein wenig wärmer und nicht so regenreich. 

 

 

Bei diesem ersten Besuch der Bretagne mussten wir aus Zeitgründen leider viele sehenswerten Orte und spektakuläre Landschaften auslassen. Aber wir kommen wieder - das ist gewiss. 

 

Ein 23-jähriger Bretone reiste 3 Monate lang durch die ganze Bretagne, um über 20.000 Fotos von der Region zu schießen. Das Ergebnis: ein wunderbares Timelapse-Video, das auf Youtube zum Hit avancierte. Von Ebbe zu Flut in nur 3 Sekunden!

 

Spektakuläres Video über die Bretagne