Mittwoch, 22.01.2020, der Goldene Tempel von Amritsar bei Tag.

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1213041

Der mit Blattgold belegte Tempel stammt aus dem 16. Jahrhundert. Er liegt auf einer Insel im sogenannten Nektar See und ist umgeben von einer beeindruckend großen Palastanlage. Auf jeder Seite befindet sich ein Tor. Dies ist ein Symbol für die Offenheit der Sikhs gegenüber allen Menschen und Religionen. Ununterbrochen werden im Tempel Verse aus dem Heiligen Buch rezitiert. Diese werden mit Musik untermalt und sind mittels Lautsprecher in der ganzen Anlage zu hören. Dadurch entsteht eine einzigartige, mystische Atmosphäre. Die prachtvolle Anlage befindet sich in einem hervorragenden Zustand und ist erstaunlich gut gepflegt.


Im Blog von My-Road.de habe ich dieses Video gefunden, welches die Stimmung am Goldenen Tempel von Amritsar meiner Meinung nach sehr gut wiedergibt. 


Eines der vier Eingangstore zum Tempel.


Freiwillige, Pilger und erstaunlich wenige westliche Touristen tummeln sich auf der Anlage. 


Die Sikh Religion: Weltweit gibt es etwas weniger als 30 Millionen Sikhs. Der Sikhismus ist eine monotheistische Religion, die im 15. Jahrhundert entstanden ist. Die Sikh Religion verehrt einen gestaltlosen Schöpfergott, der weder Mann noch Frau ist. Ein wesentliches Merkmal ist die Abkehr vom Aberglauben und traditionell religiösen Riten wie zum Beispiel im Hinduismus. Obwohl das Kastensystem in Indien allgegenwärtig ist und nach wie vor das Leben bestimmt, wird es von den Sikhs abgelehnt. Die Sikh-Religion orientiert sich nicht an der Einhaltung religiöser Dogmen, sondern hat das Ziel, religiöse Weisheit für den Alltag nutzbar und praktisch zu machen. Quelle: Wikipedia


Selbst wenn man nicht zu den religiösen Menschen zählt, stellt der Besuch des Goldenen Tempels ein überwältigendes Erlebnis dar. Es ist bis jetzt unser Reisehighlight überhaupt, nicht nur in Indien. Schon einmal vorweggenommen, auch die bevorstehende Besichtigung des Taj Mahal in Agra sowie des Windpalastes  in Jaipur werden daran nichts ändern. 


Operation Blue Star: Extreme Sikhs riefen in den 80er Jahren ihren eigenen Staat Khalistan aus. Sie verschanzten sich zwei Jahre lang im Goldenen Tempel. Bei der Stürmung durch die indischen Armee im Jahre 1984  verloren 400 Soldaten und 2000 Sikhs, darunter ihr Anführer das Leben. Als Reaktion ermordeten (Sikh) Leibwächter wenige Monate später die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi. Die Schäden, verursacht durch das gewaltsame Eindringen der indischen Armee sind  alle repariert und heute nicht mehr erkennbar. 


Freiwillige beim Reinigen des Marmorweges, der rund um den Tempel führt. Eine Gruppe hat bereits die breiten Teppiche entfernt, eine andere Gruppe fegt den Weg, und eine weitere wischt den Marmorboden naß auf. Natürlich nicht mit dem Wischmopp sondern einem riesigen Gummiabstreifer, der auf Rädern angebracht ist. 


Von Paulrudd - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6434780

Um den 130 Meter langen, quadratisch angelegten Nektarsee führt ein breiter Marmorweg auf dem man die Anlage umrunden kann. An mehreren Stellen befinden sich Badestellen, die von Pilgern gerne genutzt werden. Dem Heiligen Wasser des Nektarsees werden besondere Heilkräfte zugeschrieben. Durch das Bad verbessern die Gläubigen ihr Karma.