Samstag, 05.10.2019, vom Diros Beach bis Porto Kagio


Wir starten früh, denn es wird ein langer Tag heute. Auf der Frontscheibe klebt noch das Salz von der letzten Nacht, die wir direkt am Strand verbracht haben. 


Der erste "größere" Ort auf unserer Tagestour: Gerolimenas.


Kunst and der Wäscheleine: Jetzt sind sie im Internet zu bewundern, die bunten Wäscheklammern einer griechischen Hausfrau in Gerolimenas. Dem Auge dieses Fotografen entgeht einfach nichts. 


Die südlichste Spitze der lakonischen Mani ist geprägt von karger Natur. In früheren Zeiten war die Gegend wenig attraktiv für die Menschen. Erst seit dem 19. Jahrhundert werden Olivenbäume angepflanzt, Wein wächst hier überhaupt nicht. Selbst Ziegen und Schafe finden nur spärliche Weidegründe. 


Vathia: Eine archaisch anmutendes Dorf, bestehend aus Wehr- und Wohntürmen. Die Manioten galten als besonders freiheitsliebend und widersetzten sich  im Laufe ihrer Geschichte erfolgreich vielen Feinden. Selbst den Türken gelang es nicht die Mani vollkommen unter ihre Kontrolle zu bekommen. 


In Zeiten, wo sich die Männer nicht gegen äußere Feinde zur Wehr setzen mussten, beherrschte Blutrache den Alltag der Dorfbewohner. 


Jahrhundertelang spielten sich auf der gesamten Mani Blutrachefehden und Morde ab. Der Ablauf war festgelegt: Zuerst versammelten sich die Mitglieder eines Clans, um sich gemeinsam abzusprechen. Danach erklärte man der feindlichen Familie durch ein einfaches Glockengeläut der örtlichen Kirche den Krieg. 


Ziel war es, so viele gegnerische Clanmitglieder wie möglich umzubringen. Dafür verschanzten sich die Männer in den Wohn- und Wehrtürmen und beschossen ihre Feinde mit Feuerwaffen. Frauen und Kinder wurden verschont. Eine Fehde endete erst, wenn der feindliche Clan ausgelöscht, oder aus dem Dorf vertrieben wurde. 


Die nachweislich längste Fehde fand in Vathia zwischen vier Familien statt. Sie dauerte über 40 Jahre und forderte mehr als 200 Todesopfer. (Quellen: Reisehandbuch Peloponnes von Klaus Bötig und Wikipedia)


Die Küste bei Vathia.


Je weiter wir in den Süden kommen, um so schmaler und holpriger wird die Straße. 


Wir suchen einen Stellplatz für die Nacht. Vom Hauptweg zweigt ein schmales, asphaltiertes Sträßchen ab und führt steil hinunter zum Fischerdorf Porto Kagio


Am äußersten Ende der unbefestigten Uferstraße liegt ein kleiner Parkplatz, der zu einem der beiden Restaurants gehört. Diesen kann man kostenlos benutzen. Dabei wird erwartet, dass man im Lokal einkehrt.


Es ist "ursprünglich" in Porto Kagio, ...


... aber schön.


Sonntag, 06.10.2019, von Porto Kagio zum Camping Githion Bay in Mavrovouni.


Ein Fischerboot verlässt den Hafen von Porto Kagio im ersten Licht der Morgensonne. 


Wir rumpeln unterdessen über den unbefestigten Uferweg aus dem Dorf.


Noch ein letzter Blick von einer Anhöhe auf die die gegenüberliegende Seite der Bucht von Porto Kagio, wo sich zwei Siedlungen befinden.


Frühstückspause mit Aussicht. Ein zweites Mal sehen wir die Steintürme von Vathia. Diesmal fahren wir nördlich daran vorbei. Das Wetter hat wieder einmal gedreht. Die Sonne verbirgt sich für den Rest des Tages hinter den Wolken. 


Wir fahren anschließend auf der Ostroute weiter Richtung Githio. Dabei durchqueren wir noch einige schöne, turmreiche Dörfer wie Lagia, Nifi und Flomochori. Wegen des schlechten Wetters lohnt es sich leider nicht die Kamera hervorzuholen.