Freitag, 01.06.2018 - Samstag, 02.06.2018, Camping Las Dunas, Sant Pere Pescador.

Camping Las Dunas liegt an der Costa Brava, genauer gesagt in der Bucht von Rosas. Diese wurde  2011 zu einer der 48 schönsten Buchten der Welt gekürt. Der Strand gehört zu einer geschützten Zone des Naturschutzgebiets Aiguamolls de l'Empordà. Bekannte Städte sind Rosas, Empuria Brava und L’Escala. Der Camping selbst lässt, in jeder Hinsicht, keine Wünsche offen. 


Sonntag, 03.06.2018 - Samstag, 09.06.2018,  Camping Aquarius, Sant Pere Pescador.

Obwohl Camping Las Dunas keinen Anlass zur Klage bietet, ziehen wir sonntags, den 03.06. um auf Camping Aquarius, gleich nebenan. Dieser ist erheblich kleiner, aber auch gemütlicher als der Las Dunas.  Von der Qualität und Sauberkeit befinden sich beide auf gleich hohem Niveau. Der einzige Nachteil auf dem Aquarius, es gibt keinen Pool.  Aber was macht das schon, wenn man das Meer direkt vor der Haus- bzw. Wohn Mobil Tür hat.  Hier akzeptiert man  übrigens auch unsere ACSI Camping Card, was sich natürlich finanziell nicht unerheblich bemerkbar macht. 

 

So verbringen wir sieben tiefen entspannte Tage. Wahlweise am schönen sauberen Strand oder auf dem CP am Wohnmobil. Ab und zu machen wir einen ausgedehnten Strandspaziergang. Oder wir fahren mal eben mit dem Roller nach Sant Pere Pescador oder L'Escala zum Bummeln, Einkaufen oder einem  Restaurantbesuch. 

 

Einzig und allein das Wetter ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Während zu Hause Unwetter toben und die Temperaturen Höhenrekorde  mit über 30 Grad erreichen,  begnügen wir uns an der Costa Brava mit bescheidenen 20 Grad. Nachmittags regnet es mit schöner Regelmäßigkeit  für eine bis zwei Stunden. Ab und zu verbunden mit einem Gewitter. Das Wetter spielt wirklich verrückt dieses Jahr. 

 

Auf das Fotografieren habe ich bewusst verzichtet. Ich denke, die Strände und Campingplätze an der Costa Brava sind vielen Deutschen, insbesondere den Saarländern, wohl bekannt. Da bedarf es keiner zusätzlicher Fotos von mir. Außerdem hat der Fotograf frei.


Eskalation im Waschhaus, Abenteuer auf dem Campingplatz Aquarius  

 

 

 

 

 

 

Es ist Freitag Morgen. Die beste Ehefrau von allen drückt mir eine große Tasche mit schmutziger Wäsche in die Hand mit dem Auftrag, diese zu waschen. Also mache ich mich mit meinem Bündel auf den Weg zu einem der Sanitärgebäude, wo die Waschmaschinen stehen. Leider sind schon andere auf die gleiche Idee gekommen. Alle Maschinen laufen - es ist keine mehr frei. Also auf zum nächsten Sanitärgebäude. Auch hier sind alle Maschinen belegt. Was für ein Glück, eines der Displays zeigt eine Restzeitlaufzeit von 2 Minuten an. Nachdem der Waschvorgang beendet ist, warte ich noch weitere 2 Minuten. Aber niemand kommt um die Wäsche herauszunehmen. Sicherheitshalber frage ich eine Dame, die gerade an einer anderen Maschine hantiert, ob die Wäsche eventuell ihr gehöre. Daraufhin erklärt sie mir etwas auf holländisch, das ich jedoch nicht verstehe. Gleichzeitig nimmt sie die Nylon Tasche, welche auf der Waschmaschine steht, stellt sie vor mir auf den Boden und hält sie auf, damit ich die Wäsche von der Maschine in die Tasche umfüllen kann. Sehr nett von der Dame. Anschließend stelle ich die volle Tasche neben die Maschine.

 

Jetzt  beginne ich damit, die  geleerte Trommel mit meiner Wäsche zu befüllen, als eine weitere Dame den Raum betritt. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Äußerst aufgebracht, fast wütend, fragt mich diese, wie ich dazu käme, ungefragt ihre Wäsche zu entnehmen. Diese müsse, wie jeder weiß, doch zuerst zusammengelegt werden. Sie fordert mich auf, ihre Wäsche gefälligst zusammenzulegen, und zwar jetzt. Verdutzt blicke ich in das zorngerötete Gesicht der Frau und bin im Moment nicht in der Lage ihr etwas zu entgegnen. 

 

Ist auch gar nicht mehr nötig. Es naht nämlich Hilfe von holländischer Seite. Die Frau, die mir eben beim Entnehmen der Wäsche geholfen hat, ergreift Partei für mich und meint zu der inzwischen völlig aufgelösten Dame, sie solle sich mal selber zuhören. Das sei ja wohl typisch deutsch. Ihr Ton sei unangemessen. Und außerdem solle sie nicht so einen Aufriss machen wegen dem bisschen Wäsche. 

Bevor die Auseinandersetzung eskaliert, fällt mir ein, dass ich ja noch einen Waschmaschinen Jeton benötige. Also lasse ich, immer noch sprachlos, die beiden alleine weiter streiten und eile geschwind zur Rezeption um einen Jeton zu kaufen. Auf dem Rückweg noch schnell am Wohnmobil vorbei, Waschmittel holen, das hatte ich nämlich auch vergessen. 

 

Zurück an der Waschmaschine, stelle ich fest, dass sich beide Kontrahentinnen bereits vom Tatort entfernt haben. Niemand mehr da. Ich fülle Waschmittel ein und stelle die Maschine an. Bevor ich den Raum verlasse, überprüfe ich diesen noch gründlich auf Kampf- bzw. Blutspuren. Ergebnis: Negativ, Gott sei Dank.

 

Auf dem Rückweg zum Wohnmobil mache ich mir ernsthafte Gedanken ob die guten bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande wegen des Zwischenfalls leiden könnten. Und wenn ja, ob ich daran schuld wäre? Als nächstes beschäftigt mich die Frage: Wieso wollte die Frau unbedingt die Wäsche zusammenlegen, wenn sie noch nass  aus der Waschmaschine kommt? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Ich lege die Wäsche immer erst zusammen wenn ich diese aus dem Trockner oder von der Leine nehme. 

 

Die Ursache des deutsch - holländischen Duells bleibt mir somit auf alle Ewigkeit verborgen. Ebensowenig kenne ich dessen Ausgang. Hätte mich ja doch interessiert, wer gewonnen hat.

 

Ich hoffe nur die Damen haben ihren persönlichen Wäsche  Super GAU überlebt und können den Tag trotzdem  genießen. 

 

Ich jedenfalls kann es. Die Sonne scheint und gleich geht es an den Strand.

 

Wenn jetzt jemand denkt, dass ich ein Feigling sei, dann ist er bei mir gerade richtig.



Sonntag, 10.06.2018, wir verlassen Camping Aquarius, den wir uneingeschränkt weiter empfehlen können, und fahren weiter in Richtung Heimat. 

Zunächst benutzen wir die kostenpflichtige A 9. Nach Beziers nehmen wir die mautfreie A 75, " La Méridienne" . Kurz vor  Clermont Ferrand finden wir in unserer App einen Stellplatz für die Nacht. Noch ein Wort zur A 75. Sie führt durch das Zentralmassiv, von den Cevennen im Süden, bis zu den Vulkankegeln der Auvergne im Norden. Auf 330 Kilometern schlängelt sich die Autobahn auf einer landschaftlich herrlichen Strecke in endlosen Kurven, bergauf und bergab. Das absolute Highlight  ist natürlich die Brücke von Millau. Außerdem,  wenn uns die Franzosen schon mal etwas schenken,  machen wir gerne Gebrauch davon.  Unser Fazit: Wer genügend Zeit mitbringt, sollte diese sehenswerte Route auf jeden Fall einmal ausprobieren.


Montag, 11.06.2018, nachdem wir uns im Ort mit Baguette versorgt und gefrühstückt  haben, geht es auch schon weiter.

Wir verlassen die mautfreie Autobahn bei Clermont Ferrand und fahren auf Landstraßen durch die Auvergne ins Burgund. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen. Die Sonne kommt durch. Wir genießen auch diesen Teil der Strecke, der ebenso ein landschaftlicher Hochgenuss darstellt. Irgendwann am Nachmittag haben wir keine Lust mehr zum Weiterfahren. Auf dem Camping du  Lac, in Villegusien-le-Lac, direkt an der D 974 übernachten wir deshalb. 


Dienstag, 12.06.2018, vom Camping du Lac in Villegusien zum Wohnmobilstellplatz in Toul.

Heute sind wir ein wenig fahr-faul. Unterwegs machen wir ein kleine Pause im Städtchen Chaumont, das uns recht gut gefällt. Auf dem Wohnmobilstellplatz in Toul, direkt an der alten Befestigungsmauer übernachten wir. Zwei Gehminuten vom Stellplatz entfernt befindet sich ein japanisches Restaurant,  wo wir abends  Sushi essen. Wir können das Wok Sashimi empfehlen.


Mittwoch, 13.06.2018, vom Wohnmobilstellplatz in Toul nach Brauneberg an der Mosel auf den Stellplatz Brauneberger Juffer.

Die Strecke auf der A 31 durch Lothringen ist nicht besonders reizvoll, aber dafür mautfrei. Hinter der luxemburgischen Grenze noch günstig tanken und ein wenig Kaffe einkaufen, dann gehts weiter auf den Stellplatz der Stadt Wittlich, der uns überhaupt nicht gefällt. Nach einem freudigen Wiedersehen mit meiner Schwester und meinem Schwager fahren wir abends weiter an die Mosel, zum Wohnmobilstellplatz Brauneberger Juffer. Den Platz kennen wir von einem früheren Besuch. Hier passt alles. Die Lage, direkt im Weinberg, mit Blick auf die Mosel. Die Ausstattung: Strom, Versorgung, Entsorgung. Der Preis: 10,- € für die Nacht inclusive Elektrizität. 


Donnerstag, 14.06.2018, nach einem gemeinsamen Mittagessen in der angenehmen Atmosphäre des  Hotels Richtershof in Mühlheim verabschieden wir uns von Sissi und Erich und fahren nachmittags weiter auf den Stellplatz des Reisemobilhafens in Wiesbaden, wo wir die nächsten zwei Nächte stehen.

Freitag, 15.06.2018, wir besuchen Tine, Jan, Johanna und Carla und verbringen ein schöne gemeinsame Zeit miteinander.


Samstag, 16.06.2018, wir setzen um, vom Reismobilhafen auf den Camping Maaraue in Wiesbaden.

Johanna, unsere Große (Enkelin) ist jetzt sechs Jahre alt und darf zum ersten Mal bei uns im Wohnmobil schlafen, ohne Papa und Mama. Wir waren ja alle ein bisschen gespannt, aber sie hat es genossen, ganz ohne Heimweh. Sonntags kommt Jan mit ihrer kleinen Schwester Carla zu uns auf den Platz. So verbringen  wir nochmal einen ganzen Tag mit unseren Lieben. Natürlich sehen wir uns nebenbei das WM (Trauer) Spiel Deutschland gegen Mexico an. Bei dem Ergebnis 0:1 können wir nur hoffen, dass die deutsche Mannschaft bei den nachfolgenden Spielen wieder zu ihrer gewohnten Form findet. 


Montag, 18.06.2018, Heimfahrt ins Saarland. Keine Reise währt ewig. Nach gut 10 Wochen unterwegs, gestartet sind wir am 30.03.2018, müssen auch wir mal wieder nach Hause. Aber nicht für lange, denn Mitte August soll es schon wieder auf Tour gehen. Mögliche Ziele sind, die Bretagne oder Kroatien, je nachdem wie das Wetter mitspielt. Festgelegt haben wir uns bisher nicht. Bis dahin ist ja noch genügend Zeit.

 

Noch ein Wort in eigener Sache. Es bleibt natürlich nicht unbemerkt, dass ich auf der Rückreise nur noch wenige Fotos eingestellt habe, man möge mir verzeihen. Irgendwann kam ich einfach an den Punkt, wo mir das Fotografieren keinen rechten Spaß mehr gemacht hat. Das lag vielleicht daran, daß die meisten Highlights, aus meiner Sicht, auf dem Hinweg lagen. Der Rückweg, entlang der marokkanischen Atlantikküste, war für uns bei weitem nicht mehr so spannend. Natürlich wäre Casablanca einen näheren Blick wert gewesen. Ebenso Marokkos Hauptstadt Rabat, die wir komplett ausgelassen hatten. Aber weder Brigitte noch ich hatten Lust darauf. Vielleicht waren wir auch einfach übersättigt von den überwältigenden Eindrücken der vorangegangen Tage.

 

Wir bedanken uns bei den treuen Lesern und hoffen, dass sie trotzdem bei unserem  Herbst Trip wieder dabei sind.