Fazit nach 10 Wochen Reisezeit

 

1. Land und Leute

Die Einheimischen, mit denen wir zu tun hatten, waren uns gegenüber stets freundlich und entgegenkommend. Im Internet findet man immer mal Berichte über negative Erfahrungen. Dies  können wir absolut nicht bestätigen. In diesem Zusammenhang ist mir eine Situation in besonderer Erinnerung geblieben. In Korcula bestieg ich den Kirchturm der Kathedrale. Auf dem Rückweg vom Turm sprach mich der Kassierer an und gab mir unaufgefordert Geld zurück, das ich zuvor für das Eintrittsticket versehentlich zuviel gezahlt hatte. Ohne Brille hatte ich wohl einen 200,- Kuna Schein mit einem 20,- Kuna Schein verwechselt. Soviel zur Ehrlichkeit. 

 

2. Camping im Allgemeinen

Frei Stehen in Kroatien ist nicht erlaubt, weshalb man immer auf  Campingplätze angewiesen ist. Diesmal waren wir bereits ab Mitte August unterwegs und fielen deshalb noch für ein paar Wochen in die Hauptsaison. Das wirkte sich natürlich negativ auf die Reisekasse aus. Tagespreise bis zu 55,- € sind üblich auf guten Plätzen. Besonders beliebte Campingplätze waren oft komplett ausgebucht. Diese Situation verbesserte sich etwa ab der zweiten Septemberhälfte. Je weiter wir in den Süden kamen, um so mehr kleine, privat geführte, Campingplätze haben wir gesehen. Die gefielen uns in der Regel auch besser als die Großen, die mit allem Schnick und Schnack ausgestattet sind. Die Qualität der CP, die wir besuchten waren, bis auf wenige Ausnahmen, auf hohem Niveau. 

 

3. Sicherheit

Situationen wie in Frankreich oder Spanien, wo immer einer von uns im Fahrzeug bleibt, während der Einkäufe im Supermarkt, hatten wir hier nicht. Wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher. Frei Stehen ist sowieso nicht erlaubt. Somit entfallen auch Gefahren, die hiermit eventuell verbunden sein könnten.

 

4. Straßen, Adria Magistrale

Der Straßenzustand in den von uns befahrenen Touristengebieten ist sehr gut. Ich würde sogar sagen oft besser als zuhause. Wenn man ins touristisch nicht erschlossene Hinterland gerät, kann es schon mal etwas holpriger werden. Noch ein Wort zur Adria Magistrale, die wir von Rijeka fast bis Dubrovnik, sowohl auf dem Hin- wie auch auf dem Rückweg gefahren sind. Die Fahrbahnbeschaffenheit ist überall hervorragend. Den Fahrstil der hier mitunter gepflegt wird, könnte man wohlwollend als "rustikal" bezeichnen. Besonders beliebt sind Überholmanöver kurz vor oder in Kurven, beziehungsweise vor Bergkuppen. Man sollte also nicht allzu zimperlich sein wenn man auf der D 8 unterwegs ist. Jetzt aber zu einem ganz anderen Aspekt der Adria Magistrale. Unser ADAC Reisführer hat sie als die schönste Küstenstraße Europas beschrieben. Wikipedia bezeichnet sie sogar als eine der schönsten und malerischsten Küstenstraßen weltweit. Wir sind zwar noch nicht alle europäischen Küstenstraßen abgefahren, aber wir können sagen, dass diese wirklich wunderschön ist. Die Adria Magistrale ist ein Highlight der Reise.

 

5. Maut Kosten, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien

Auf der Strecke in Österreich fielen lediglich Unkosten für den Felbertauerntunnel in Höhe von 11,- € an.  Die italienische Autobahngebühr belief sich auf etwa 12,- €. In Slovenien benutzten wir lediglich mautfreie Landstraßen, da hier für unser Fahrzeug (über 3,5 to) eine Mautbox erforderlich gewesen wäre. In Kroatien waren wir hauptsächlich auf der kostenfreien Adria Magistrale unterwegs. Insgesamt haben wir also etwa  23,- € für eine Richtung gezahlt, von zu Hause, bis fast nach Dubrovnik, und das auf landschaftlich wunderschönen Strecken. Hinzu kommen natürlich noch diverse Fähr- bzw. Brückengebühren. 

 

6. Sehenswürdigkeiten, landschaftliche Highlights

Zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten, erzählen von einer reichen kulturellen Vergangenheit. Hinzu kommen unvergleichlich schöne Landschaften, sowie eine Küste mit glasklarem Wasser, die zum Baden einlädt. Ein Highlight jagt das nächste. Die Dichte an Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum ist hier höher als anderswo in Europa. So ist zumindest unser Eindruck. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Allerdings - das muss man auch sagen, ist man nicht alleine. Kroatien zieht damit auch die Massen an. Obwohl nur noch 50 km entfernt, haben wir auf die Besichtigung von Dubrovnik lieber verzichtet. Laut Presseberichten schoben sich im Jahr 2017 täglich bis zu 20.000 Touristen durch den historischen Stadtkern, der ursprünglich einmal für 400o Menschen  erbaut wurde. Das ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass in der Hauptsaison täglich bis zu 6 Kreuzfahrtschiffe im Stadthafen und der Bucht von Dubrovnik anlegen. Weil die UNESCO mit Streichung von der Liste des Weltkulturerbes drohte, reduzierte die Stadt die Anzahl der Tagesgäste inzwischen auf maximal 8000. Aber nicht Dubrovnik alleine ist von den Auswirkungen des Massentourismus betroffen. Überall wo es was zu bestaunen gibt, trifft man auf Heerscharen von Touristen. Auf meinen Fotos kommt das nicht immer so rüber, weil ich zum Fotografieren die passenden Gelegenheiten, mit wenigen Touristen, abgewartet habe. Das war zugebener maßen nicht immer einfach, und oft langwierig. Manchmal ging es auch gar nicht, dann habe ich versucht die Touristen einfach in die Bildgestaltung einzubeziehen. Natürlich sind wir selber Touristen und damit Teil  des Problems. Darüber zu klagen steht uns also nicht zu. Trotzdem soll es nicht unerwähnt bleiben. 

 

Obwohl wir viel gesehen haben, sind uns trotzdem einige Highlights entgangen. So z. B. die Inseln Brac, Hvar und Mljet.  Aber genau das ist ein Grund wieder zu kommen. Beim nächsten Mal werden wir uns dann wahrscheinlich auch Dubrovnik anschauen, trotz der Touristenmassen.   

 

7. Essen und Trinken

Brigitte hat meistens selber gekocht. Wenn wir Lust darauf hatten, haben wir auch im Restaurant gegessen. Meistens benutzten wir die App Trip Advisor um unsere Auswahl zu treffen. Damit haben wir immer Lokale gefunden, die uns von ihrer Qualität überzeugten. Dabei muss man wissen, dass wir keine Freunde von Balkan Klassikern wie Cevapcici und riesigen Fleischportionen sind. Leichte, mediterrane Küche mit viel Fisch und Meeresfrüchte sind eher "unser Ding".

 

8. Preise 

Überrascht hat uns das  Preisniveau. Supermarkt Preise sind generell höher als bei uns. Die Campingplatzpreise sind vergleichbar mit den Unsrigen. Auf allen Parkplätzen werden recht ansehnliche Gebühren erhoben, die für Wohnmobile locker mal das dreifache betragen können. Will man Sehenswürdigkeiten besichtigen, seien sie auch noch so unbedeutend, wird fast immer ein Obolus fällig. Eintrittsgelder für jedes Kirchlein sind obligatorisch. Will man dann auch noch auf den Kirchturm, kostet es zusätzlich nochmal was. Die Restaurant Preise bewegen sich auf unserem Niveau. Sucht man sich ein gutes Lokal aus, so ist man am Abend locker mit 70,- bis 80,- € für zwei Personen dabei. Die Tankstellen Preise sind vergleichbar mit denen in Deutschland. Zu den besonders preiswerten Reiseländern würde ich Kroatien also nicht zählen.