Seit unserer Rückkehr von Marokko, am 18.06.2018, sind genau 8 Wochen vergangen. Zeit genug unser Wohnmobil wieder in Schuss zu bringen. Inspektion, TÜV, neue Reifen, Austausch einiger Anbauteile wie Dachfenster nebst Kombirollo und viele weitere Kleinigkeiten waren diesmal fällig. Nach Abschluss aller Arbeiten steht somit unserer diesjährigen Herbsttour nichts mehr im Wege. 

 

Auf besonderen Wunsch von Brigitte soll es nach Kroatien gehen. Da wir Istrien bereits vor einigen Jahren, damals mit Pkw und Zelt,  bereist haben stehen diesmal die Kvarner Bucht und Dalmatien im Mittelpunkt. Insel an Insel reiht sich entlang der kroatischen Adria Küste. Beginnend mit Krk im Norden, über Cres, Rab, den Kornaten, Brac, Hvar, Korcula und Peljesac im Süden. Dazu kommen landschaftliche Highlights auf dem Festland, wie die bekannten Nationalparks Plitwitzer Seen, Krka und Paklenica, wo seinerzeit die Winnetou Filme gedreht wurden. Ebenso stehen Stadtbesichtigungen von Zadar, Split und  Dubrovnik auf der Wunschliste. Daneben gibt es natürlich noch  viele kleinere Städte und reizende Orte, die einen Besuch lohnen. So sieht  in etwa die grobe Planung aus, wenn man das überhaupt als Plan bezeichnen kann. 

 

Wenn wir uns im Schneckentempo von Rijeka immer in Richtung Süden bewegen, dürften wir die Umgebung von Dubrovnik so etwa Mitte Oktober erreicht haben.  Gerne hätten wir unser WoMo dort über Winter zurückgelassen. Leider haben wir aber keine passende Unterstellmöglichkeit in Süddalmatien gefunden. Für diesbezügliche Lesertips sind wir natürlich dankbar. 

 

Deswegen geht die Reise von Dubrovnik zügig über Montenegro, Albanien, Mazedonien nach Nord Griechenland.  In Thessaloniki haben wir, nach langen Recherchen im Internet, eine Unterstellmöglichkeit für unser Wohnmobil gefunden und auch schon reserviert. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen das überdachte Bootsgaragen mit Stromanschluss vermietet. Die Garagen befinden sich ca. 5 Auto Minuten vom Flughafen Thessaloniki. Der Heimflug mit Ryanair am 23.10.2018 ist auch schon gebucht. Hoffen wir mal, dass die Jungs und Mädels der irischen Billig Airline auch tatsächlich fliegen und nicht gerade wieder einmal streiken. Insgesamt stehen uns für diese Reise 10 Wochen  zur Verfügung. Unseres Erachtens genügend Zeit um Dalmatien in Ruhe zu genießen. Diesmal soll auch das Badevergügen nicht zu kurz kommen. Das haben wir uns vorgenommen.

 

Wenn alles so klappt wie vorgesehen, steht damit wohl das Reiseziel für das kommende Frühjahr auch schon fest, nämlich Griechenland.

 


Montag, 13.08.2018, die erste Etappe führt uns von Wiesbaden nach Greding im Altmühltal.

Gestern haben wir noch in Wiesbaden bei strahlendem Sonnenschein die Taufe von Carla und Johanna gefeiert. Heute morgen regnet es leicht. Im nahegelegenen REWE Markt kaufen wir  letzte Kleinigkeiten. Gegen Mittag starten wir unsere Reise.


Unser WoMo im Reisemobilhafen Wiesbaden.


Von Baustelle zu Baustelle fahren wir über die A3 und A9 in Richtung Süden. Aber wir kommen überall gut durch. Einen Stau sehen wir lediglich auf der Gegenrichtung. Langsam aber sicher werden wir müde vom Fahren. In Greding verlassen wir die A9....


....und suchen den Stellplatz von Bauer Keller in Greding, direkt an der A9 auf.


Der Hunger plagt uns. Wir haben Glück und brauchen nicht Männchen zu machen um etwas zum Essen zu bekommen. 


Die gebratenen Forellen sind der Hammer. Sie kommen aus der Region und werden im Hotel von Bauer Keller vorübergehend in Becken gehalten. Erst kurz vor der Zubereitung  werden sie geschlachtet und kommen somit ganz frisch auf den Tisch. Hhhhhhm.


Vorher, nachher Foto. Satt und müde fallen wir anschließend in die Kiste. Vom Hotel Bauer Keller mit Restaurant und angeschlossenem Stellplatz sind wir beide restlos begeistert. Wir kommen gerne wieder.



Dienstag, 14.08.2018 Greding im Altmühltal zum Stellplatz des Hotels Gailberger Höhe.


Am Inntal Dreieck fahren wir auf die A 93 Richtung Kufstein. 


Und schon sind wir in Österreich. Mit Spannung warten wir auf das erste Mautportal um zu sehen, ob unsere GO Box, das ist das kleine viereckige Kästchen an der Windschutzscheibe, am rechten Bildrand, auch wie vorgesehen funktioniert.  


Die GO Box, ein Meisterwerk österreichischer Ingenieurskunst kann nämlich mit uns kommunizieren. Reden kann sie zwar nicht aber dafür piepsen. Und da sind wir auch schon beim Thema. Nur wenn sie genau einen Piepser von sich gibt ist alles OK und im grünen Bereich. Piepst sie zwei mal stimmt etwas nicht und man muss sich beim nächstgelegenen Büro der österreichischen Autobahngesellschaft, ASFINAG, melden. Piepst sie drei mal muss sich der deutsche GO Box Benutzer, umgangssprachlich auch "Piefke" genannt, unverzüglich beim nächsten Gendarmerie Posten melden. Das Fahrzeug wird sogleich eingezogen. Piepst das Kästchen gar vier mal braucht man eh kein Fahrzeug mehr, es droht nämlich eine längerfristige Zuchthaus Strafe.

 

Aber Spaß beiseite, so schlimm ist es natürlich nicht. Warum haben wir uns überhaupt eine GO Box zugelegt, zumal wir eigentlich die österreichischen Autobahnen gar nicht benutzen wollen? Nun ganz einfach, um alle Eventualitäten auszuschließen. Aufgrund von Umleitungen bzw. Straßensperrungen findet man sich schneller auf der Autobahn wieder als einem lieb ist. Gerät man in solch einer Situation in eine Fahrzeugkontrolle kann es teuer werden ohne GO Box. Außerdem könnten wir unsere Reisepläne ja auch mal kurzfristig ändern und trotz der Gebühr von 23 Cent pro gefahrenem Kilometer die Autobahn benutzen. 

 

Ich hatte das Teil schon vor ein paar Monaten im Internet bestellt. Dazu musste ich ein PDF Dokument herunterladen, mit den Fahrzeugdaten und den Konto Angaben ausfüllen und unterschreiben, anschließend einscannen und an die ASFINAG senden. Man kann dabei wählen ob man entweder  einen gewissen Betrag auflädt oder im Postpaid Verfahren über das Giro Konto abrechnet. So habe ich es gemacht. Die Box aufzuladen gefiel mir nicht, weil man dann entweder zuviel oder zuwenig Geld  zur Verfügung hat. Beim Postpaid Verfahren wird exakt der Betrag abgebucht, der entsprechend der tatsächlich gefahrenen Strecken angefallen ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Box uneingeschränkt fünf Jahre benutzen kann. Angeblich soll die Batterie auch so lange halten. 


Wir bleiben auf der A 93. An der zweiten Abfahrt hinter Kiefersfelden (Kufstein Süd) fahren wir ab und benutzen von nun an nur noch Landstraßen. Wir fahren die 10 Kilometer österreichische Autobahn, auch nur um zu sehen, ob die Box richtig funktioniert. Und tatsächlich, sie piepst - und zwar ein Mal. Das wäre dann also geschafft.


Blick in den Nationalpark Hohe Tauern.


Beim Verlassen des Felbertauern Tunnels werden 11.- € Maut fällig.


Hotel Gailberg Höhe, unser zweites Etappenziel ist erreicht. Bisher haben wir auf der zurückgelegten Strecke lediglich 11,- € Maut für den Tunnel gezahlt. Dazu kommen  ca. 2,- €, für die Autobahn Strecke von Kiefersfelden bis Kufstein Süd, die uns von der ASFINAG später vom Giro Konto abgebucht wird. Die Bundesstraßen, die wir fahren sind durchwegs in gutem Zustand. Bis auf Lienz, wo wir dummerweise gerade in den Feierabend Verkehr geraten, geht es zügig voran.