Donnerstag, 01.06.2017 fahrt von Avola, an der süd ostküste quer durch sizilien bis kurz vor cefalu an der nord küste.


Wir packen zusammen und verlassen zeitig den CP. Auf der Autobahn A 18 geht's bis Catania in nördliche Richtung zügig voran. Es ist nicht viel los und die Fahrbahnbeschaffenheit ist OK. So mag ich das. Vor Catania teilt sich die Autobahn. Wir nehmen jetzt die A 19 Richtung Palermo. Zu unserer Rechten erhebt sich der Ätna. Und wie sich das gehört, für Europas größten Vulkan, ist sein Gipfel von einem Rauchwölkchen gekrönt. 

 

Unsere Freude hält nicht lange an. Der Fahrbahnbelag befindet sich inzwischen in einem katastrophalen Zustand. Zudem fahren wir über unzählige Brücken, deren zahlreiche Querrillen eine Zumutung für jedes Fahrwerk darstellen. Mit Entsetzen stellen wir fest, dass der Beton an den Brückenträgern und Pfeilern an sehr, sehr vielen Stellen großflächig abgebröckelt ist. Überall kommt verrostete Eisenarmierung zum Vorschein. Flicken macht da keinen Sinn mehr. In dieser Beziehung sind wir ja schon Grenzwertiges gewöhnt. Was wir hier zu sehen bekommen ist jedoch unglaublich. So holpern wir staunend  im Schneckentempo über die A 19.

 

Um die Mittagszeit ist Enna erreicht. Da zentral gelegen, wird die Stadt auch Nabel Siziliens genannt. Auch wir haben Lust auf eine Nabelschau. Nach der Autobahnausfahrt geht's erst mal recht steil bergan. Plötzlich ein seltsames Geräusch. Eines das man auf keinen Fall hören möchte. Rätseln - was könnte das gewesen sein? Wir haben eine Ahnung, schalten die Rückfahrkamera ein und sehen mit Schreck: Sch.........., der Roller liegt flach auf der Bühne. Bei nächster Gelegenheit halten wir an. Gott sei Dank ist er (noch) nicht heruntergefallen. Durch das Gehopse über Schlaglöcher und Querrillen haben sich wohl die Zurrgurte ausgehängt. An der Steigung hat sich die Honda dann endgültig selbständig gemacht und ist der Schwerkraft folgend, einfach umgekippt. Um den 130 kg schweren Roller wieder aufzurichten, bekommen wir auch sogleich unerwartete Hilfe. Österreichische CP Nachbarn vom Sabbadia in Avola haben zufällig die gleiche Route. Sie halten an und gemeinsam wuchten wir die Honda wieder an ihren Platz.  

 

Weder am Roller noch an der Rückwand des WoMo  stelle ich Beschädigungen fest. Ich will mir gar nicht vorstellen, was im ungünstigsten Fall alles hätte passieren können. Nochmal Schwein gehabt. 

 

Am frühen Nachmittag kommen wir auf dem CP Sanfilippo, ein paar km westlich von Cefalu, an. Hier verbringen wir unsere letzte Nacht auf Sizilien. Auf's fotografieren habe ich heute komplett verzichtet. Obwohl wir durch wirklich schöne Landschaften Innersiziliens gekommen sind. Autobahnfahren und fotografieren gleichzeitig geht halt nicht. 


freitag, 02.06.2017, Fähre Palermo - Genua

Gegen 15:00 h verlassen wir den CP Sanfilippo und legen die letzten 65 km zum Fährhafen von Palermo zurück. Am Schalter der GNV  erhalten wir unsere Bordkarten.


Im Fährhafen von Palermo: Endlich kommt sie angerauscht: Die La Suprema der Fährlinie GNV. Mit 210 m Länge und 30 m Breite macht sie schon ganz schön was daher. Sie wird uns in 19 Stunden nach Genua bringen.


Zunächst fährt sie ein Stückchen an uns vorbei, bevor sie rückwärts anlegt. Das "einparken" in eine Bucht, die nur geringfügig größer ist als das Schiff selber funktioniert mittels Bugstrahlruder.


Gespannt beobachten wir das Anlegemanöver.



Die La Suprema bietet 2920 Passagieren Platz.


Die wartenden Wohnmobile wirken wie Spielzeugautos vor dem großen Schiff. Um 19 Uhr ist es dann soweit.


Endlich: Es geht auf die Fähre. Das Bordpersonal weist uns auf Deck D  ein. Darunter befinden sich, wie man sich denken kann, die Decks A, B, und C. Fast 900 Fahrzeuge passen in den Bauch der La Suprema. So jetzt noch Gas abstellen und hinauf in unsere Kabine auf Deck 8. 


Unsere Kabine hat Meeresblick. Sie ist ausreichend groß. Sogar das  Bad mit Toilette und Dusche ist großzügig bemessen. Zumindest kommt es uns so vor. Schließlich leben wir die letzten 63 Tage auf 14 qm.





Wir verabschieden uns von Palermo und damit auch von Sizilien. Diese Reise wird uns noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. 


Ciao bella Sicilia.